Einführung in die türkische Esskultur
Die vielfältige türkische Küche hat kein eindeutiges Markenzeichen, wie etwa Nudeln und Pizza in der italienischen oder Bohnen und Tacos in der mexikanischen Küche. Das liegt in der Größe des historischen osmanischen Reiches begründet, deren stetige Expansion eine entsprechende kulturelle Vermischung zur Folge hatte. Die bunte Mischung aus Getreide, frischem Gemüse, Fleisch, Milchprodukten, Olivenöl und einer Vielfalt an Kräutern sorgt für viele Überraschungen und genau das macht den Reiz am türkischen Essen aus. Als Besucher kann man nicht erahnen, was sich der Gastgeber einfallen lassen hat. Sicher ist lediglich der schwarze Tee, derim Anschluss an die Mahlzeit unverzichtbar ist. Als kaltes Getränk ist der Ayran besonders beliebt, vor allem Abends, da er müde und schläfrig macht.
Für Türken ist es unvorstellbar schnell mal nebenbei oder gar ganz alleine zu Essen. Die Hauptmahlzeiten haben einen besonderen sozialen Stellenwert. Besonders beim Abendessen, wenn alle Familienmitglieder zusammengekommen sind, werden Neuigkeiten und die Ereignisse des Tages ausführlich besprochen. Zum Abschluss wird oft süßes Gebäck, wie etwa Baklava, gereicht, um die Verdauung der üppigen Mahlzeit anzuregen. Selbst bei einfachen Besuchen sind mehrere Gänge Pflicht. Besonders im Fastenmonat “Ramadan” treffen sich Familien und Freunde häufig, um Abends beim Fastenbrechen festlich zubereitete Gerichte in den kreativsten Variationen gemeinsam zu sich zu nehmen.